Südkorea

Das Land der Morgenstille

Allgemeines

Zahlen, Daten, Fakten

Die koreanische Halbinsel liegt am östlichen Ende des asiatischen Kontinents und erstreckt sich rund 1.020 km in südliche Richtung. An der schmalsten Stelle ist Korea 175 km breit. Die Halbinsel gehört zu den gebirgigsten Gegenden der Welt und ist landschaftlich sehr reizvoll.

Korea Map Sie ist von circa 3000 Inseln umgeben. Gebirge und Hügel ziehen sich an der gesamten Ostküste entlang und machen rund 70% der Oberfläche aus. Die Grenze zwischen Süd- und Nordkorea verläuft entlang des 38. Breitengrades. Im Westen grenzt Korea ans Gelbe Meer, im Osten an das Ostmeer und im Süden an die Wasserstraße von Tsushima. Südkorea hat eine Fläche von 99.392 Quadratkilometern, die Bevölkerungszahl beträgt etwa 49 Millionen. Amtssprache ist Koreanisch, die koreanische Währung heißt Won.

Klima

Korea hat kontinentales Klima mit kalten, trockenen Wintern und heißen, feuchten Sommern. Die Durchschnittstemperatur liegt im Winter bei -3 °C, wobei Tiefsttemperaturen von -20°C keine Seltenheit sind. Im Sommer werden durchschnittlich 25°C gemessen. Üblicherweise sind die Frühlings- und Herbstmonate angenehm mild. Der meiste Regen fällt in der Zeit von Ende Juli bis Anfang August. In den Monaten von Oktober bis März fällt nur sehr wenig Niederschlag. Nur im östlichen Teil kommt es im Winter zu Schneefällen. Beste Reisezeit: April/Mai und September/November.


Hangugeo

Koreanische Sprache und Schrift

Das heutige Koreanisch hat sich aus drei im 7. Jahrhundert auf der Halbinsel gesprochenen Sprachen entwickelt und gehört (wie zum Beispiel Mongolisch) wahrscheinlich zu den altaischen Sprachen.

<Hangeul Chart Es gehört zum agglutinierenden Sprachtyp. Das bedeutet unter anderem, dass es im Gegensatz zu den meisten europäischen Sprachen keine Deklinationen oder Konjugationen gibt, der Wortstamm also nicht verändert wird. Stattdessen werden grammatikalische Zusammenhänge wie zum Beispiel verschiedene Fälle, Zeitstufen, Singular/Plural durch an den unveränderten Wortstamm angehängte Endungen deutlich gemacht. Der Satzbau erfolgt nach der Regel, dass das modifizierende Element stets vor dem modifizierten Element steht. Entsprechend steht das Prädikat stets am Satzende. Ein einzelnes Verb kann im Koreanischen einen vollständigen Satz bilden. Während man sich in Nordkorea darum bemüht, einen rein koreanischen Wortschatz zu erhalten, gibt es in Südkorea viele Begriffe, die aus anderen Sprachen übernommen wurden. Einige koreanische Begriffe haben ihren Ursprung im Chinesischen, viele moderne Begriffe stammen aus dem Englischen. Ein wichtiger Bestandteil des Koreanischen sind die verschiedenen Höflichkeitsstufen. Die im Gespräch verwendeten Höflichkeitsstufen richten sich nach dem Status des Sprechers, des Hörers und gegebenenfalls auch desjenigen, über den gesprochen wird. Dieser Status ist abhängig von Alter, sozialem Rang, Geschlecht, Gruppenzugehörigkeit, etc. Ebenso können Vertrautheit, Ort, Uhrzeit, etc. eine Rolle spielen. Natürlich ist das Bemühen um eine der Situation angemessene Sprechweise nichts speziell koreanisches, aber die koreanische Sprache stellt in diesem Bereich sehr differenzierte Mittel zur Verfügung.

Hangeul

Die erste Verschriftlichung der in Korea gesprochenen Sprachen fand zu Anfang mit Hilfe chinesischer Zeichen statt. Diese wurden mit der Einführung des Buddhismus im 4. Jahrhundert nach Korea gebracht. Allerdings gab es bei der Verwendung chinesischer Zeichen viele Schwierigkeiten, da diese die koreanischen Laute und grammatikalischen Elemente nicht immer eindeutig und passend wiedergeben konnten. Daher beauftragte König Sejong, der 1419 - 1450 regierte, eine Kommission mit der Entwicklung einer eigenen koreanischen Schrift. Das koreanische Alphabet wurde 1443 fertiggestellt und nach einer Testphase innerhalb des Palastgebietes 1446 der Öffentlichkeit vorgestellt. König Sejong veröffentlichte zu diesem Zweck das Buch "Hunmin Jeongeum", in dem er die koreanische Buchstabenschrift erklärte. Unter anderem heißt es darin: "Deshalb versteht sie ein kluger Mensch, bevor ein Morgen zu Ende ist. Ein dummer Mensch kann sie in zehn Tagen lernen."

Hangeul How ToDas Hangeul hat 14 Konsonanten und 10 Vokale. Während die Konsonanten die Entstehung des Lautes im Mund nachbilden, basieren die Vokale auf der Ying/Yang-Theorie und der Vorstellung des Menschen als Mittler zwischen Himmel und Erde. Die Schrift ist sehr logisch aufgebaut. Die Zeichen werden zuerst zu Silben zusammengesetzt, diese Silben dann zu Wörtern. Gelesen wird die Schrift von links nach rechts. Dabei liest man jede Silbe von links nach rechts und von oben nach unten.


Geschichte

Kurzer Abriss zur Entwicklung Koreas

Die Besiedelung Koreas begann vor circa fünfhunderttausend Jahren. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert waren drei Reiche entstanden: Goguryeo, Baekje uns Silla. Silla besiegte seine beiden Rivalen und vereinte die Halbinsel erstmals im Jahre 676.

King Sejong In der folgenden Goryeo-Dynastie (918-1392) entstand in Korea eine aristokratische Regierungsform und der Buddhismus übte als Staatsreligion einen starken Einfluß auf Politik und Verwaltung aus. In der Joseon-Dynastie (1392-1910) wurde der Konfuzianismus zur Staatsideologie. Durch die japanische Invasion endete die letzte Dynastie. Nach der Befreiung wurde das Land in das demokratische Südkorea und das kommunistische Nordkorea geteilt. Drei Jahre später wurde die Republik im Süden ausgerufen und es kam am 25.Juni 1950 zum 3-Jährigen Krieg mit Nordkorea. Nach dem Krieg erreichte Südkorea durch gezielten Wiederaufbau ein starkes Wirtschaftswachstum und gehört heute nach knapp 50 Jahren zu den fortschrittlichsten Ländern Asiens.