Gangneung
Die Stadt der FestivalsAllgemeines
Gangneung liegt an der Ostküste von Südkorea und ist mit 230.000 Einwohnern eine der größten Städte in der Provinz Gangwon.
Während Gangneung im Osten an das Ostmeer grenzt, wird es im Westen von den östlichen Ausläufern des großen Baekdu-Gebirges eingeschlossen, so dass ein Teil des Stadtgebietes sehr hügelig ist.
Durch ihre Nähe zu verschiedenen Nationalparks, dem Seorak-Gebirge im Norden, das sich im Winter zu einem hervorragenden Skigebiet verwandelt, dem schönen Strand und den zum Wandern einladenden Pinienwäldern ist die Stadt Gangneung ein beliebtes Erholungsgebiet für Touristen.
Zudem bildet sie mit ihrer Industrie, vor allem im Bereich Informationstechnologie und Biotechnologie, das wirtschaftliche Zentrum der Region Yeongdong.
Klima
Aufgrund der Lage zwischen Meer und Gebirge unterscheidet sich das Klima in Gangneung etwas vom allgemeinen Klima Südkoreas. Die Winter sind vergleichsweise warm, die Sommer vergleichsweise kühl. Allerdings kann es aufgrund der speziellen Windverhältnisse im Winter zu heftigen Schneefällen kommen, im Sommer zu schweren Regengüssen. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 12.9°C. Im Juli/August steigt das Termometer auf 27°C, die Luftfeuchtigkeit ist mit 80% ziemlich hoch.
Gyeongpo-dae
Der Strand von GangneungGyeongpo-dae Beach ist bekannt für seinen feinen weissen Sand und die kristallklare blaue See und gilt als schönster Strand an der Ostküste Südkoreas.
Die Hauptbühne des Festivals sowie Eröffnungs- und Abschiedszeremonie des International Junior Art Festivals finden hier statt.
Der Strand ist 1,8 ㎞ lang und hat eine Fläche von 1,4 km². Im Sommer locken diverse Festivals viele tausend Touristen aus dem ganzen Land nach Gangneung.
In unmittelbarer Nähe des Gyeongpo-dae Beach liegt der Gyeongpo-ho Lake, der See der Stadt Gangneung. Mitten auf dem See befindet sich ein Pavillion, der als Rückzugsgebiet für Vögel dient. Früher hatte der See einen Umfang von 12 km, dieser wurde aber durch Baumassnahmen auf nun 4 km eingegrenzt.
Gyeongpo-dae selbst ist ein Pavillion in der Nähe des Sees, der auf einem Hügel liegt und einen guten Blick auf die Umgebung bietet. Eine traditionelle Geschichte erzählt von den fünf Monden, die man nur in Gangneung im Gyeongpo-dae sehen könne: jeweils ein Mond erscheint am Himmel, an der Oberfläche des Sees, im Meer, im Weinglass und in den Augen des Geliebten.
Der See wird zum Teil von Pinienwäldern umgeben, in seiner Umgebung befinden sich eine Reihe Kulturdenkmäler und Museen.
Gwanno Gamyeongeuk
Der traditionelle MaskentanzGwanno Gamyeongeuk ist ein Maskentanz, der nur zum Vollmondfest Danoje in Gangneung aufgeführt wird. Das Danoje ist als immaterielles Kulturgut von der UNESCO geschützt und wird von Staatsschauspielern aufgeführt.
Im Rahmen des Kulturprogramms des International Junior Art Festivals haben die Teilnehmer Gelegenheit, eine Aufführung des Gwanno Gamyeongeuk zu besuchen. Das Gwanno Maskendrama ist das einzige koreanische Drama, das ausschließlich aus Pantomimen besteht.
Die Charaktere sind ein Yangban (Edelmann), eine Gaksi (Braut) sowie zwei Räuber und zwei Bauern. Untermalt wird das circa 30 Minuten dauernde farbenprächtige Spektakel durch ein 12-köpfiges Ensemble aus traditionellen koreanischen Rhythmusinstrumenten.
Ojukheon Museum
Geburtsort der Mutter und des Lehrers der NationDas Ojukheon Museum hat seinen Namen von dem Schwarzen Bambus, der in dieser Gegend wächst.
In diesem Anwesen lebte Shin Saimdang (1504-1551), die Mutter von Yulgok Yi Yi (1536-1584). Sie war eine berühmte Künsterlin und unter anderem bekannt für ihre Gedichte, Kalligraphie und Stickkerien.
Aufgrund ihrer sprichwörtlichen Tugendhaftigkeit galt sie als Ideal der koreanischen Frau. Ihr Andenken wird noch heute gewahrt. Der 50.000 Won-Schein ist mit ihrem Portrait und einer ihrer Zeichnungen geschmückt.
Ihr Sohn Yulgok war ein großer Philosoph und Politiker. Unter König Seon Jo belegte er im Laufe der Jahre viele Posten, unter anderem den des Verteidigungsministers, Justizministers und Finanzministers.
Er war ein Reformer und setzte den Neokonfuzianismus in Korea durch. Sein Portrait ist auf dem 5.000 Won-Schein zu sehen.
Das Anwesen wurde während der Regierungszeit von Könit Jungjong (1506-1544) erbaut und ist einer der ältesten noch erhaltenen Holzbauten in Südkoera. Als Nationales Kulturgut Nr. 165 ist es seit 1963 staatlich geschützt.
Auf dem Grundstück befinden sich verschiedene Bauten wie Schreine und Wohnhäuser. Außerdem ist das Gangneung Municipal Museum angeschlossen, in dem Folklore und Antike Stücke ausgestellt sind.
Daegwallyeong Museum
Private Sammlung zur Geschichte KoreasDie Ausstellung des Daegwallyeong Museums basiert auf einer privaten Sammlung einer älteren Dame, deren Leidenschaft die Geschichte ihres Heimatlandes ist.
Das Gebäude des Daegwallyeong Museums liegt umgeben von Hügeln in der Nähe des Waldes, man erreicht es über eine Brücke über einen kleinen Gebirgsbach.
Die Architektur ähnelt einem Dolmengrab und wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Die Sammlung umfasst circa 1.000 Ausstellungsstücke von der Bronzezeit bis in die Neuzeit, verteilt in sechs große Ausstellungsräume.
Die Räume sind benannt nach den Schutzgöttern der vier Himmelsrichtungen: Im Osten der Grüne Drache Cheongnyongbang, im Westen der Weiße Tiger Baekobang, im Süden der Rote Phönix Jujakbang und im Norden die Schwarze Schildkröte Hyeonmubang.
Jeder Raum ist einem Thema gewidmet, zum Beispiel Keramikwaren, Alltagsgegenstände oder Kalligraphien. Im Außenbereich des Museums befinden sich viele Pagoden und Skulpturen sowie eine alte noch funktionstüchtige Wassermühle.